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Thorsten Konigorski

Was wird besungen?

Montag, 27. Oktober 2008

Die Seite Fleshmap.com (“we explore the rela­ti­onship bet­ween the body and its visual and ver­bal rep­re­sen­ta­tion”) visua­li­siert, nach Genre (Alter­na­tive, Blues, Coun­try, Elec­tro­nica, Folk, Gos­pel, Heavy Metal, Hip Hop, Jazz, R&B, Rock) und Häu­fig­keit gestaf­felt, die in Lie­dern besun­ge­nen Kör­per­teile. Augen, Hände und das Gesicht domi­nie­ren und ach, wie brav ist Rock.

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Kommentare

  1.   Sabine · 30. Oktober 2008 · #

    Wie man gekonnt mit den Ste­reo­ty­pen spie­len kann, zeigt der Meis­ter des ma. Min­ne­sangs, Walt­her v. d. Vogel­weide:
    Si wun­der­wol gema­chet
    Und dabei ist er ziem­lich … unar­tig — auch bzw. gerade weil er alles “Anstö­ßige” der Phan­ta­sie des Hörers über­läßt. Es geht also auch ohne “four-​​letter words” ;-)
    Dage­gen wirkt der ganze Hip-​​Hop-​​Kram erst recht wie hirn­lo­ses, vulgär-​​plakatives Potenzgeprotze.

  2.   Thorsten · 30. Oktober 2008 · #

    Also ist’s heute direk­ter, aber dekan­den­ter? Könnte sein. Ein Zitat aus einem ganz ande­ren Zusam­men­hang, aber in die­sem Sinn: Art hides. Art has a mea­ning, and it hides it, on pur­pose. Art deli­vers a mes­sage, and it’s hid­den, on purpose.

    Fragt sich nur, ob Walt­her es nicht aus­spricht, weil er damit koket­tie­ren will, oder weil er — zeit­be­dingt — nicht durfte.

  3.   Sabine · 30. Oktober 2008 · #

    Er reizt die Mög­lich­kei­ten des­sen, was im Rah­men die­ser spe­zi­fi­schen Gat­tung ange­deu­tet und gesagt wer­den durfte, sicher voll und ganz aus. Und wenn man den soge­nann­ten “Hohen Sang” als Kon­trast­fo­lie für die­ses Lied benutzt, wird erst rich­tig deut­lich, wie­viel er sich eigent­lich an die­ser Stelle her­aus­nimmt. Es ist ein Spiel für Ken­ner.
    Daß im Bezug auf Kör­per­lich­keit aller­dings in ande­ren Gen­res die­ser Zeit (und Vor­trags­si­tua­tio­nen) sehr viel Ein­deu­ti­ge­res und auch ziem­lich Kru­des mög­lich war, davon zeugt die Vagan­ten­ly­rik. Deren Auto­ren ebenso wie das Publi­kum rekru­tierte sich übri­gens — im Gegen­satz zum heu­ti­gen Hip-​​Hop — aus­nahms­los aus der Intel­li­gen­tia der Zeit …

  4.   Thorsten · 31. Oktober 2008 · #

    … , näm­lich aus von Uni­ver­si­tät zu Uni­ver­si­tät zie­hen­den jun­gen Geist­li­chen und Gelehr­ten ver­schie­de­ner Natio­na­li­tät (Quelle).

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