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Thorsten Konigorski

Über das Mozartrequiem

Dienstag, 25. November 2008

Der Kul­tur­chro­nist ver­öf­fent­lichte letzte Woche einen Bei­trag zum “Requiem” und der “Ves­pe­rae solem­nes de con­fes­sore” von W. A. Mozart. Eine gute Ein­füh­rung, his­to­risch unter­füt­tert und — was das Requiem angeht — Gott sei Dank ein Stück ent­mys­ti­fi­zie­rend. Das unüber­seh­bar vom Kul­tur­chro­nist als Quelle benutzte und am Ende emp­foh­lene Taschen­buch von Chris­toph Wolff, Mozarts Requiem. Geschichte, Musik, Doku­mente. (Bären­rei­ter, München/​Kassel 1991) ist zum Stu­dium des Requiem uner­läß­lich, es ent­hält ein Fülle wert­vol­ler Quel­len und die Par­ti­tur des Fragments.

Ich frage mich aller­dings, inwie­fern die Sequenz im lit­ur­gi­schen Rah­men an zen­tra­ler Stelle ange­sie­delt sein soll. Aus rein lit­ur­gi­scher Sicht ist dies sicher nicht so. Im Gegen­teil scheint mir dies eher bei kon­zer­tan­ten Auf­füh­run­gen oft so zu wir­ken, als sei sie zen­tral, da die Sequenz einer­seits auf­grund des bil­der­rei­chen Text beson­ders dra­ma­ti­sche Ver­to­nun­gen her­vor­brachte und ande­rer­seits der weit­aus textreichste Teil des tra­di­tio­nel­len Requiem ist. Beim Mozart­re­quiem fiel mir im lit­ur­gi­schen Rah­men im Gegen­teil auf, daß dort die im Kon­zert oft stö­rende “steile Fügung” zwi­schen Kyrie und Sequenz deut­lich mil­der aus­fällt durch die Teile dazwi­schen. Eine loh­nende Erfah­rung: “Auch dem­je­ni­gen, dem Mozarts letz­tes Werk geläu­fig ist, erschloss sich die … Kom­po­si­tion in die­ser Kon­stel­la­tion ganz neu.”

Eine Ergän­zung für Prak­ti­ker: Ich habe mit der Instru­men­tie­rung von Franz Bayer gute Erfah­run­gen gemacht. Sie bügelt ohne radi­kal mit der Süßmayr’schen Fas­sung zu bre­chen viele deren — schon früh in der Musik­ge­schichte erkann­ten — Unzu­läng­lich­kei­ten aus und eig­net sich auch dann, wenn man nicht ein his­to­ri­sches Instru­men­ta­rium (z.B. eng men­su­rierte Posau­nen) zur Ver­fü­gung hat.

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