Es trifft sich, dass Musik nach landläufiger Meinung besser als alle anderen Kunstformen imstande ist, das tiefste Innere des Menschen zu berühren und zu offenbaren. Sie rührt an verborgene Gefühle, existenzielle Erfahrungen, wenn man so will: die Seele. Nichts ist persönlicher als der Musikgeschmack.
Unter dem Titel Mein musikalischer Zwillingsbruder veröffentlichte Jürgen von Rutenberg einen Beitrag für “Die Zeit”. Er trifft mittels Vernetzung in Bloggers Lieblingsmusikplattform last.fm einen anderen User mit exakt dem gleichen Geschmack, den gleichen Hörgewohnheiten — und lernt ihn schätzen.
Der Text offenbart neben dem, was mich in der Musik (besser: der Kunst) gefangennimmt auch die ganze Ambivalenz des “Web 2.0″: Teilen und Kommunikation in bester Absicht und mißbräuchliches Datensammeln liegen eng beineinander. Nur nicht dateninfantil werden.