“Die Musik tut eine unbeschreibliche Wirkung auf mich, oft ist’s wie eine Krankheit, aber nur periodisch; ich sage Dir, eine bewegliche, nicht gerade traurige Musik, oft eine fröhliche, kann mir manchmal mein Innerstes lösen. Da versink ich in die wehmütigsten Phantasien, wo ich die ganze Welt küssend voll Liebe umfassen möchte; wo mir das Kleinliche und Schlimme in seiner ganzen Nichtigkeit und wo mir ALLES in einem andern, verklärten Lichte erscheint.”
(Eduard Mörike, hier unbelegt zitiert nach Frohlocker)
Oh, danke! Unbelegt zitiert. Ich habe diese Passage vor längerem auf einer “Jazz & Lyrik” Platte gefunden, wie sie in den 70ern mal sehr beliebt waren. Dort wurde sie (von Gert Westphal?) wunderbar eingesprochen. Ursprünglich ist sie einer Aufzeichnung Mörikes aus dem Februar 1822 entnommen (wie zB auch hier zitiert), aber ich glaube nur der hintere Teil. Der vorder entstammt soweit ich weiß einem seiner Briefe. Die gesamte Passage auf der Platte geht noch etwas länger: “Wenn die Musik dann abbricht, möcht ich in meiner Empfindung von einer hohen Mauer herabstürzen, möchte sterben.“
In diesem Sinne! :)
Ich kenne viele ähnliche Zitate, grade von Romantikern, aber eben dieses kannte ich noch nicht und konnte es in meiner Literatur hier auch nicht belegen. Danke für den erhellenden Kommentar.