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Monatsarchiv Dezember 2009

26. Dezember 2009

Farben der Musik

Der Pho­to­künst­ler George Ben­son hat für sein Pro­jekt Color of Music neben­ein­an­der­ste­hende LPs foto­gra­fiert und nach farb­li­chen Gesichts­punk­ten geordnet.

Auf der Pro­jekt­seite fin­det sich sehr ästhe­tisch die ganze Palette: white, black, blues and pur­pels, mul­ti­co­lours etc.

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17. Dezember 2009

Chilirec, die Zweite.

Chi­li­rec ist wie­der auf­er­stan­den und kann bis Ende 2009 kos­ten­los her­un­ter­ge­la­den werden.

Malmsheimer.

Ken­nen Sie das? Der Gemein­de­ge­sang ist ja die­ser Wett­lauf zwi­schen dem ter­min­lich gekne­bel­ten Orga­nis­ten und der noch prä­fest­lich sedier­ten Gemeinde. Der Orga­nist ist kein Mis­an­throp, nein, aber er haßt Men­schen. Des­we­gen läßt er den Abstand auf eine halbe Stro­phe fal­len, da klingt’s beson­ders kako­phon. Ist die Gemeinde cle­ver, läßt sie sich eine wei­tere halbe Stro­phe zurück­fal­len, dann klingts nicht mehr ganz so scheiße. Man muß nur die letzte Stro­phe a capella sin­gen, aber das ist zu schaf­fen … Taub­heit kann ein Geschenk sein.

Kabra­ret­tist Jochen Malms­hei­mer in Neues aus der Anstalt. Ich bin, nebe­ne­bei bemerkt, froh, nicht taub zu sein.

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16. Dezember 2009

Allegorie.

Cäci­lia von Ste­fano Maderno in der Kir­che Santa Ceci­lia in Tras­te­vere (1599 – 1600).© S. Bertrand

Patro­nin zur Lage, Epi­t­he­ton zu die­sem ver­bor­ge­nen Gesicht: hippokratisch.

15. Dezember 2009

Quervergleich

Lesens­wer­ter Arti­kel von Heinz Gel­king Im klei­nen Ver­gleich: WDR Radio­Re­cor­der, Radiofx, dradio-​​Recorder und phonostar-​​Player: Es gibt gute Gründe für’s Radio­hö­ren übers Inter­net. Die Klang­qua­li­tät gehört aller­dings nicht dazu.

14. Dezember 2009

Contra, das.

Wenn­gleich diese Zei­ten für mich die arbeits­in­ten­sivs­ten des gan­zen Jah­res sind (Dr. Martin Huf­ner traf heute — ohne es zu ahnen und mit wahr­schein­lich voll­kom­men ande­rer Inten­tion — meine der­zei­tige para­doxe zwangs­läu­fige Prio­ri­tä­ten­set­zung, als er auf sei­ner Seite for­mu­lierte Erst kommt die Pflicht, dann das Ver­gnü­gen und zum Schluss die Arbeit) habe ich heute einen Weih­nachts­markt besucht und habe still aber extrem unter der mir dort auf­ge­nö­tig­ten Beschal­lung gelitten.

Zum Abrea­gie­ren hier drei dis­pa­rate Kon­tra­punkte via youtube: Char­lotte Gains­bourg mit ihrer akus­ti­schen Ver­ar­bei­tung von Magnetresonanz-​​Tomografien. Die „Zeit” wies bereits am 4. Dezem­ber dar­auf hin (Sag mir wo das Trauma liegt, einen kos­ten­lo­sen .mp3-​​Download gibt es hier).

Außer­dem Oli­vier Mes­siaen, der in der letz­ten Woche sei­nen 100. Gebur­ta­tag gefei­ert hätte mit Danse de la fur­eur, pour les sept trom­pet­tes aus dem Qua­tuor pour la fin du temps, das the­ma­tisch sehr viel bes­ser in die Zeit passt als irgend­ein Weih­nachts­du­del praecox,

und, ach, diese Arie aus der Mat­thä­us­pas­sion, die mir wie­der in die Hände fiel, weil ich Bachs große Pas­sio­nen erstaun­li­cher­weise immer in der Advents­zeit höre. Der­je­nige, der die­ses Video bei youtube ein­ge­stellt hat, hat die Arie mit Krip­pen­bil­dern unter­legt. Ich weiß nicht, ob das von schlich­tem Unwis­sen oder bemer­kens­wer­tem theo­lo­gi­schem Scharf­sinn zeugt.

10. Dezember 2009

Mein Advent

Die Rhei­ni­sche Post hatte mich um ein paar Zei­len gebe­ten. Bit­te­schön, here we are:

Für mich als Kir­chen­mu­si­ker beginnt die Vor­be­rei­tung auf Weih­nach­ten weit vor der Advents­zeit. Und wenn der Advent dann beginnt, ist er flüch­tig, zer­brech­lich und von Ver­ges­sen bedroht. Er ist an den Rand gedrängt vom allzu auf­dring­li­chen Däm­mer­licht der Weih­nachts­märkte. Seine Lie­der – meist in Moll – wer­den über­tönt von vor­zei­tig all­ge­gen­wär­ti­gen und zur Hintergrund-​​Dudelei degra­dier­ten Weihnachtsliedern.

Mein Advent kennt kein “Glo­ria in excel­sis Deo”, aber er sehnt sich freu­dig danach. Ich suche ihn, wenn ich, noch müde von der vor­abend­li­chen, der Weih­nachts­mu­sik gewid­me­ten Chor­probe, in früh­mor­gend­lich kal­ter Dun­kel­heit mei­nen Weg über men­schen­leere Stra­ßen zur Rora­te­messe auf­nehme, dann in der Kir­che vor dem Got­tes­dienst zur Ruhe komme. Wenn ich das gre­go­ria­ni­sche “Rorate” anstimme oder vom Dor­nen­wald singe.

Ich finde ihn in von freudig-​​ungeduldiger Erwar­tung leuch­ten­den Kin­der­au­gen. In der Zuver­sicht von sich ihres Lebens­ende gewär­ti­gen Mit­gläu­bi­gen. Und in all den­je­ni­gen Zuhö­rern, die beim Orgel­nach­spiel mit mir den Schmerz über jene wun­der­ba­ren, in Johann Sebas­tian Bachs Advent­scho­räle ein­kom­po­nier­ten Dis­so­nan­zen teilen.

Mein Advent ist flüch­tig und heißt “noch nicht”. Er ist vio­lett. Nicht weiß.

(Online, der Titel stammt nicht von mir.)

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