Monatsarchiv Januar 2009
19. Januar 2009
Orgelfotos

Der Düsseldorfer Fotograf Andreas Wiese betreibt eine eigene Webseite mit wunderbaren Fotografien rund um den Orgelbau: orgelfotos.de. Er unterscheidet dabei drei Kategorien: Prospekte, Spieltische und Werkstatt. Aus den Fotos spricht die ganze handwerkliche Faszination der Orgelbaukunst. Aber auch die der Fotografie: Wer selbst einmal versucht hat, Orgeln zu fotografieren, wird die dabei auftretenden Probleme kennen. Es gibt selten ein gutes Licht, und oft ist es kniffelig, eine Position aufzusuchen, von der aus ein Orgelprospekt unverzerrt und achsengerecht aufgenommen werden kann. Von diesen Schwierigkeiten ist in Wieses professionellen Bildern nichts zu spüren.
10. Januar 2009
Mörike
“Die Musik tut eine unbeschreibliche Wirkung auf mich, oft ist’s wie eine Krankheit, aber nur periodisch; ich sage Dir, eine bewegliche, nicht gerade traurige Musik, oft eine fröhliche, kann mir manchmal mein Innerstes lösen. Da versink ich in die wehmütigsten Phantasien, wo ich die ganze Welt küssend voll Liebe umfassen möchte; wo mir das Kleinliche und Schlimme in seiner ganzen Nichtigkeit und wo mir ALLES in einem andern, verklärten Lichte erscheint.”
(Eduard Mörike, hier unbelegt zitiert nach Frohlocker)
4. Januar 2009
Die Klarheit als Schönheit
Zum Verhältnis von Mathematik und Musik veröffentlichte der Hessische Rundfunk im Dezember fünf Podcasts (je ca. 15 Minuten) von Niels Kaiser (ist es dieser?).
Mathematik steht heutzutage für Logik, Kalkül und Verstand, Musik hingegen für das genaue Gegenteil: Inspiration, Intuition und Emotion. Das ist eine Grenzziehung, die von beiden Seiten immer wieder in Frage gestellt worden ist.
Die Podcasts enthalten nicht nur einen griffigen Überblick über basales physikalisches Wissen für Musiker, sondern auch wichtige Grundlagen für das Ermöglichen einer Rezeption zeitgenössischer Musik. Die theoretischen Verankerungen und Präliminarien dieser Musik grade auch in der frühen Musik wird plastisch und anschaulich.
Auf den Seiten des hr gibt es zu jedem Podcast eine kurze Einführung. Dort kann man den Podcast starten und das jeweilige Manuskript im pdf-Format herunterladen.
- Teil 1: Zwischen Verstand und Emotion
- Teil 2: Von Pythagoras bis mp3
- Teil 3: Die Symmetrie der Symphonie
- Teil 4: In allen Liedern schläft ein Logarhythmus
- Teil 5: Musik, die errechnet ist
Die im dritten Postcast genannte, unglaubliche Motette “Nuper rosarum flores”, zur Weihe des Doms in Florenz nach dessen Proportionen von Guillaume Dufay komponiert, gibt es auf last.fm vollständig (Hilliard Ensemble).
Per E-Mail von Stephanie. Danke!
1. Januar 2009
Die nie Vollendete
Eine Initiative von acht jungen Musikern des Konzerthaus Dortmund (“Die jungen Wilden”): Die nie Vollendete. Ein Flashspiel, das es den Usern ermöglicht, aus fünf vorgefertigten sogenannten “Grundmelodien” unterschiedlicher Charakteristik ein Stück zusammenzubasteln, indem man darüber fertige Instrumentalsoli legt. Eine pädagogisches Angebot mit den üblichen Superlativen (“die längste Komposition der Welt”, die “jeden Tag Premiere feiert”). Ganz nettes Spielzeug.