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Monatsarchiv November 2008

28. November 2008

Clap.

Ein voll funk­ti­ons­fä­hi­ges Schlag­zeug im Inter­net — pro­gram­miert mit Java­Script ohne Flash (Details): “I do gua­ran­tee that if I’m run­ning it on my com­pu­ter, on a stage, through a loud speaker sys­tem with ple­nty of bass, in front of a couple hund­red people, it kinda makes me feel like a rock­star.” , sagt augen­zwin­kernd der Mann in Blau. Schö­nes Spielzeug.

via

26. November 2008

BachPod

Zwar stört mich die Gran­dezza der Wer­bung (“Stil­voll in die Musik­ge­schichte”). Aber der Bach­Pod hat was. 175 Stun­den Bach. Und noch Platz über (Rhei­ni­sche Post von heute). Wenns nur nicht der Ril­ling wäre.

25. November 2008

Über das Mozartrequiem

Der Kul­tur­chro­nist ver­öf­fent­lichte letzte Woche einen Bei­trag zum “Requiem” und der “Ves­pe­rae solem­nes de con­fes­sore” von W. A. Mozart. Eine gute Ein­füh­rung, his­to­risch unter­füt­tert und — was das Requiem angeht — Gott sei Dank ein Stück ent­mys­ti­fi­zie­rend. Das unüber­seh­bar vom Kul­tur­chro­nist als Quelle benutzte und am Ende emp­foh­lene Taschen­buch von Chris­toph Wolff, Mozarts Requiem. Geschichte, Musik, Doku­mente. (Bären­rei­ter, München/​Kassel 1991) ist zum Stu­dium des Requiem uner­läß­lich, es ent­hält ein Fülle wert­vol­ler Quel­len und die Par­ti­tur des Fragments.

Ich frage mich aller­dings, inwie­fern die Sequenz im lit­ur­gi­schen Rah­men an zen­tra­ler Stelle ange­sie­delt sein soll. Aus rein lit­ur­gi­scher Sicht ist dies sicher nicht so. Im Gegen­teil scheint mir dies eher bei kon­zer­tan­ten Auf­füh­run­gen oft so zu wir­ken, als sei sie zen­tral, da die Sequenz einer­seits auf­grund des bil­der­rei­chen Text beson­ders dra­ma­ti­sche Ver­to­nun­gen her­vor­brachte und ande­rer­seits der weit­aus textreichste Teil des tra­di­tio­nel­len Requiem ist. Beim Mozart­re­quiem fiel mir im lit­ur­gi­schen Rah­men im Gegen­teil auf, daß dort die im Kon­zert oft stö­rende “steile Fügung” zwi­schen Kyrie und Sequenz deut­lich mil­der aus­fällt durch die Teile dazwi­schen. Eine loh­nende Erfah­rung: “Auch dem­je­ni­gen, dem Mozarts letz­tes Werk geläu­fig ist, erschloss sich die … Kom­po­si­tion in die­ser Kon­stel­la­tion ganz neu.”

Eine Ergän­zung für Prak­ti­ker: Ich habe mit der Instru­men­tie­rung von Franz Bayer gute Erfah­run­gen gemacht. Sie bügelt ohne radi­kal mit der Süßmayr’schen Fas­sung zu bre­chen viele deren — schon früh in der Musik­ge­schichte erkann­ten — Unzu­läng­lich­kei­ten aus und eig­net sich auch dann, wenn man nicht ein his­to­ri­sches Instru­men­ta­rium (z.B. eng men­su­rierte Posau­nen) zur Ver­fü­gung hat.

24. November 2008

Photo-Stöckchen


Netz-​​Urgestein Ralph Segert über­raschte mich ges­tern mit einem Stöck­chen, mit der Bitte um ein Photo samt Geschichte dazu. Ich bewun­dere Ralph schon län­ger für sei­nen Mini­ma­lis­mus — das fing schon mit krit an — und foto­gra­fisch spielt er für mich in einer wirk­lich hohen Liga (seht Euch nur die­sen Vogel an). Gerne will ich ihm sei­nen Wunsch erfül­len. Wei­ter­le­sen »

20. November 2008

Amen Break

Im Kon­text des aktu­el­len Sample-​​Urteils des Bun­des­ge­richts­hof (Aus­ge­schlos­sen sei eine sol­che freie Benut­zung, wenn es sich bei der Ton­folge um eine Melo­die han­dele oder wenn der­je­nige, der eine Ton­folge nut­zen wolle, “befä­higt und befugt” sei, diese selbst ein­zu­spie­len. — Da komm ich wirk­lich nicht mehr mit, viel­leicht weil ich Musi­ker und kein Jurist bin) wies heute Ralph Segert auf das legen­däre Amen Break hin — und auf eine gute Erläu­te­rung dazu.

15. November 2008

Gezielte Titelsuche mit Chilirec

Jor­droek hat im letz­ten Kom­men­tar auf Groo­ve­shark hin­ge­wie­sen. Dort kann man “sich jeden Song der Welt” suchen und als Stream auf­ru­fen kann — mit allen Web 2.0-Zutaten à la shared Play­lists, Wid­gets, Embed­ding etc.

Ein wei­te­rer inter­es­san­ter Web­ser­vice, auf den ich heute stieß, ist Chi­li­rec. Zur Erklä­rung heißt es auf der Web­seite: Chi­li­rec ist ein Auf­nah­me­ge­rät für die Auf­zeich­nung von Musik aus frei ver­füg­ba­ren Radio­sen­der im Inter­net. Chil­rec ist nur für den per­sön­li­chen Gebrauch. File-​​Sharing oder die Ver­tei­lung von auf­ge­zeich­ne­tem Mate­rial ist ver­bo­ten. Chi­li­rec macht sich mit­hin die Auf­fas­sung zu eigen, daß mit­ge­schnit­tene gestreamte Musik lega­ler­weise such­bar und ver­breit­bar ist. Chilirec Ein­mal gestar­tet, zeich­net Chi­li­rec fort­wäh­rend Titel aus dem aktu­ell ver­füg­ba­ren Radio­an­ge­bot auf. Aus die­sem Fun­dus kann man dann nach unter­schied­li­chen Para­me­tern (z.B. Künst­ler, Musik­rich­tung oder Land) suchen.

Beide Ser­vices haben nicht nur schöne, son­dern auch prak­ti­sche, über­sicht­li­che und intui­tive Inter­faces, Chi­li­rec erfreu­li­cher­weise auch auf deutsch. Bei Groo­ve­shark kann man sogar jeden Song ein­zeln ver­lin­ken, z.B. auf mei­nen Kom­men­tar zu die­sen bei­den Ser­vices: I still haven’t found, what I’m loo­king for.

12. November 2008

Psychoakustik-Tour

Die Psy­cho­akus­tik dient dazu die Wir­kung eines phy­si­ka­lisch defi­nier­ten Klangs im Men­schen zu beschrei­ben, zu ord­nen, zu objek­ti­vie­ren und zu gewich­ten. Sie unter­schei­det Laut­heit, Schärfe und Rau­hig­keit eines Tons und erklärt bei­spiels­weise, warum sich die wahr­ge­nom­mene Laut­stärke von Geräu­schen bei glei­chem dB(A)-Pegel unter­schei­den kann:

Übli­cher­weise wer­den Geräu­sche durch phy­si­ka­li­sche Meß­grö­ßen wie das dB oder dB(A) beschrie­ben, die im Prin­zip ein Maß für die abge­strahlte Schall­en­er­gie sind. Das mensch­li­che Gehör rea­giert jedoch nicht nur auf die Menge der emp­fan­ge­nen Schall­en­er­gie. Viel­mehr kön­nen Geräu­sche eine Viel­zahl unter­schied­li­cher Emp­fin­gun­gen her­vor­ru­fen. Die psy­cho­akus­ti­schen Kenn­grö­ßen die­nen dazu, die wich­tigs­ten Hör­emp­fin­dun­gen meß­tech­nisch zu erfassen.

Einen Über­blick über diese nicht nur für Pro­dukt­de­si­gner hilf­rei­chen Kenn­grö­ßen, gibt die Psychoakustik-​​Tour mit zahl­rei­chen .mp3-​​Beispielen.

4. November 2008

Nachtrag zu Muxtape.

Der über die Urhe­ber­rechte gestol­perte Web­ser­vice Mux­tape lebt in einer Diy-​​Variante wei­ter: Opentape.fm bie­tet ein Soft­ware­pa­ket zum kos­ten­lo­sen Down­load und sel­ber hos­ten an, daß ein Ver­öf­fent­li­chen der eige­nen Kom­pi­la­tio­nen im Look & Feel von Mux­tape erlaubt. In einem durch ein Pass­wort geschütz­ten Backend kann man seine .mp3-​​Dateien hoch­la­den und die Rei­hen­folge ändern etc. Ich habe es aus­pro­biert, Instal­la­tion und Hand­ha­bung ist ein­fach und unpro­ble­ma­tisch. Ob das nun urhe­ber­recht­lich weni­ger pro­ble­ma­tisch ist? Opentape.fm jeden­falls besticht wie Mux­tape frü­her auch durch Mini­ma­lis­mus in jeder Hin­sicht, lei­der auch, was Impres­sum oder Auto­ren­schaft betrifft.

3. November 2008

Oboe.

Die Oboe ist ein Instru­ment, das ich außer­or­dent­lich liebe. Der Klang und die Art Ihrer Ver­wen­dung in der gro­ßen Ora­to­ri­en­li­te­ra­tur — z.B. im “Pau­lus” von Mendelssohn-​​Bartholdy, hier ins­be­son­dere die Zeit­punkte — fas­zi­nie­ren mich. Flickr-​​User Pfan­ne­ku­chen hat drei sehens­werte Obo­en­pho­tos gepos­tet und — aus eige­ner Erfah­rung? — zehn augen­zwin­kernde Gründe ergänzt, Oboe zu spielen:

  1. No one else wants to!
  2. You play a what? Hobo? … Elbow?
  3. You share a kind­red spi­rit with ducks.
  4. Your neigh­bors alre­ady know about your unusual collec­tion of knives.
  5. Your cat has a thing for “fish skin”.
  6. You don’t have to worry about what to wear for performances.
  7. You are alre­ady fami­liar with four let­ter words.
  8. You were always good at hol­ding you breath as a kid wit­hout turning blue.
  9. You look for­ward to the thought of making reeds and spen­ding whole wee­kends at rehear­sals and performances.
  10. You will be con­ti­nuously sti­mu­la­ted to devise cle­ver ans­wers to “Is this a skinny cla­ri­net, or what?”
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