Wenngleich diese Zeiten für mich die arbeitsintensivsten des ganzen Jahres sind (Dr. Martin Hufner traf heute — ohne es zu ahnen und mit wahrscheinlich vollkommen anderer Intention — meine derzeitige paradoxe zwangsläufige Prioritätensetzung, als er auf seiner Seite formulierte Erst kommt die Pflicht, dann das Vergnügen und zum Schluss die Arbeit) habe ich heute einen Weihnachtsmarkt besucht und habe still aber extrem unter der mir dort aufgenötigten Beschallung gelitten.
Zum Abreagieren hier drei disparate Kontrapunkte via youtube: Charlotte Gainsbourg mit ihrer akustischen Verarbeitung von Magnetresonanz-Tomografien. Die „Zeit” wies bereits am 4. Dezember darauf hin (Sag mir wo das Trauma liegt, einen kostenlosen .mp3-Download gibt es hier).
Außerdem Olivier Messiaen, der in der letzten Woche seinen 100. Geburtatag gefeiert hätte mit Danse de la fureur, pour les sept trompettes aus dem Quatuor pour la fin du temps, das thematisch sehr viel besser in die Zeit passt als irgendein Weihnachtsdudel praecox,
und, ach, diese Arie aus der Matthäuspassion, die mir wieder in die Hände fiel, weil ich Bachs große Passionen erstaunlicherweise immer in der Adventszeit höre. Derjenige, der dieses Video bei youtube eingestellt hat, hat die Arie mit Krippenbildern unterlegt. Ich weiß nicht, ob das von schlichtem Unwissen oder bemerkenswertem theologischem Scharfsinn zeugt.
Ich muss gestehen, dass mir ein ausspruch eislers als vorlage diente, als er sagte, nach der geburt der ddr und ihrem aufbau, er habe so viel zu tun, dass er keine zeit zum arbeiten finde.
Sozialistisch-protestantisch-katholische Permutation? Sei’s drum. Lebens
traumwandel. Sowas.